Für einen guten Start in den Tag stärkten wir uns wie jeden Morgen mit einem leckeren Frühstück in unserer Unterkunft. Danach wurde auch schon wieder das Handgepäck gepackt, da wir einen Tagesausflug nach Butare vor uns hatten.

 

Erstes Ziel unserer Tagesplanung war eine Musikschule südlich von Kigali. Nach einer kurzen Führung, bei der wir Probesäle mit Instrumenten, eine Bibliothek und den Schlafsaal sehen durften, bekamen wir Einblicke in das Leben und Können der Schülerinnen und Schüler. Dadurch konnten wir uns die Entwicklung der Musikszene und die kulturelle Bedeutung der Musik und dem Tanz für Ruanda erleben. In der Aula spielten sie in spontan besetzten Bands moderne und traditionelle Lieder. Dies geschah alles unter der Leitung des Schulleiters –-----, der selbst mitsang- und tanzte. Er gewann seine Musikbegeisterung in einer Reggae Band, in der er selbst Gitarre spielte. Ohne Planung rief er die Schüler der Hochschule aus dem Unterricht.

 

Die Begeisterung der Schüler war für uns beinahe greifbar und riss uns ab dem ersten Soundcheck mit. Gesungen wurde in verschiedenen Sprachen, unter anderem auf englisch, spanisch und kinyarwanda. Auch aus unterschiedlichen Genres wurden Songs gespielt, wie zum Beispiel Jazz, Reggae und traditionell ruandische Musik. Getoppt wurde die Atmosphäre mit dem Auftritt des Gospelchores, der schnell zu einem großen Gemeinschaftstanz der ganzen Schule wurde. Selbst der Schulleiter und die Lehrer tanzten mit, auch wir wurden aufgefordert einzusteigen. Die Offenheit und Spontanität der Schule war für uns alle einmalig, da wir ein solch entspanntes Schulleben nicht kannten. Viele wären gerne länger dort geblieben, um sich noch mit den Schülern auszutauschen.

 

 

 

Unser nächster Halt, nach einer kurzen Planänderung, waren landwirtschaftliche Terrassen eines abgeschlossenen Forschungsprojektes der Mainzer Universität. An diesem Beispiel erklärte uns Herr Wilhelmi den Standortgerechten Landbau der naturalen und radikalen Terrassierung. Ziel der Forschung war eine bessere und erosionsgeschützere Bewirtschaftung des „Landes der 1000 Hügel“. Als Ergebnis fanden wir eine befestigte Terrassierung, die durch die haltenden Wurzeln der schattenspendenden Bäume am Rand der radikalen Stufen. Gegensätzlich zu den populären Monokulturen, die die so wie so schon nährstoffarmen Terra Rossa Böden auslaugen und besonders Anfällig für Schädlinge sind, wurde ein Konzept entwickelt, welches die Bepflanzung vorgab um möglichst effizient und ökologisch Ertrag zu erwirtschaften.

 

 

 

Nach einigen Mückenstichen fuhren wir mit unserem Bus weiter in Richtung Butare. Ein Zwischenstopp legten wir in einem kleinen Café ein, in dem wir den Nachmittag mit original ruandischem Kaffee genossen. Einige besorgten die ersten Souvenirs in einem Laden zwei Häuser weiter. Die ausgelegten Waren sind beinahe alle von ruandischen Frauen hergestellt worden, wie beispielsweise Taschen und Behältnisse aus Stroh oder Perlenschmuck.

 

Eine kurze Busfahrt später kamen wir in unserer Unterkunft für eine Nacht an und beendeten den Tag mit einem leckeren Abendessen mit drei Gängen.

 

Aniqa Qazi, Nadine Späth, Alisa Petry