Nach einer sehr kurzen Nacht, in der 6 Stunden Schlaf eingeplant waren und die durch einen enormen Geräuschpegel der nachtaktiven Tiere, Steinen unter dem Zeltboden, Platzmangel in den Zelten und dem ungewohnten Klima bei einigen Abenteurern sehr schlaflos verlief, begann der Morgen im Akagera-Nationalpark damit, dass wir ab 5:15 Uhr schnell alle Zelte abgebaut und auf den Truck geladen haben, um den afrikanischen Sonnenaufgang über dem größten See des Nationalparks („Lake Tent“) zu sehen. Der Sonnenaufgang war ein sehr schönes Erlebnis, auch wenn er nach wenigen Minuten aufgrund der schnell aufgehenden Sonne schon wieder vorbei war.

 

Anschließend sind wir mit dem Bus von unserem Nachtlager zu einer nahegelegenen Lotch gefahren, in der es auch das heiß ersehnte Frühstück gab. Auf der Toilette haben wir uns danach etwas frisch gemacht und umgezogen – Für Duschen war aber keine Zeit.

 

Um 8:00 Uhr ging es nämlich schon mit dem Bus los, die Weiten des Nationalparks und dessen Geheimnisse zu erforschen. Die Hoffnung war natürlich, alle Tiere der „Big Five“ während der siebenstündigen Safari vor die Linse und zu Gesicht zu bekommen. Während der gesamten Fahrt durften wir die Fenster nicht öffnen, da es im Park Mücken, beziehungsweise Bremsen, gibt, die die Schlafkrankheit übertragen können. Trotz zahlreicher Fallen gibt es sehr viele von ihnen. Durch die Vibration des Busses, durch die sie angelockt werden, wurde unser Bus die ganze Zeit von unzählbar vielen Mücken / Bremsen verfolgt, die sich schon auf ihre Mahlzeit gefreut haben. Normalerweise werden diese nämlich von vibrierender Haut angezogen. Nachdem wir unseren Ranger abgeholt hatten, sind wir zügig ins Tal gefahren, um eine Herde Giraffen, die der Ranger zuvor durch sein Fernglas gesehen hatte, aus der Nähe zu betrachten. Anschließend sind wir der Route im Park von Süden nach Norden gefolgt.

 

Wir haben viele Zebras und Antilopen gesehen, wobei drei verschiedene Arten von Antilopen im Park leben, nämlich die größte Antilopenart der Welt, Impalas XXXXX. Danach haben wir mehrere Familien verschiedenster Arten von Affen entdeckt und hatten sogar das Glück, ein Pavianpaar bei der Paarung sehen zu können, da diese keine geregelten Paarungszeiten haben. Obwohl die vielen Stunden im Bus ihre Spuren hinterlassen haben, kam wieder sehr viel Bewegung und Spannung in den Bus, als die Lehrer vom Ranger bestätigt bekommen haben, dass der Elefantenkot, der seit geraumer Zeit immer wieder auf der Straße zu sehen gewesen ist, erst wenige Stunden alt war. Nach nicht allzu langer Zeit entdeckten wir einen Elefanten, der sich gerade weit entfernt im Gebüsch mit Staub bedeckte. Der Ranger hatte uns zuvor erklärt, dass wir in der Nähe von einem Elefanten keine lauten Geräusche machen sollen, da dieser sonst den Bus rammen könnte. Daher verhielten wir uns ruhig.

 

Während der gesamten Fahrt sind uns mehrere exotische Vogelarten, wie zum Beispiel der Hammerkopf, und Warzenschweinfamilien begegnet. Warzenschweine werden auch „Pumba“ genannt, was übersetzt „dumm“ heißt, da sie ein sehr kurzes Gedächtnis haben und bereits nach fünf Minuten vergessen, was passiert ist. Als Beispiel hat der Ranger die Flucht vor einem Löwen genannt. Wenn Warzenschweine nämlich längere Zeit vor einem Löwen weglaufen, vergessen, warum sie fliehen und wollen wieder zurück zu ihrer Familie rennen, wodurch sie dann leichte Beute sind. Uns werden sie vermutlich auch schon vergessen haben. Dieses Manko wird aber laut dem Ranger durch viele Nachkommen pro Wurf kompensiert.

 

Gegen 13:00 Uhr konnten wir beim Verbringen unserer wohl verdienten Pause mehrere Nilpferde und zwei Krokodile aus der Ferne beobachten, da wir am sogenannten „Hippo Beach“ Rast machten. Bis zum Ende der Safari um 15:00 Uhr sind wir den bereits oben genannten Tieren noch einer großen Büffelherde begegnet, die sich dicht neben dem Weg aufgehalten und auch Nachwuchs vorzuzeigen hatte. Löwen und Nashörner haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen, da deren Population aufgrund von kürzlichem Aussetzen noch sehr gering ist und sie generell selten zu sehen sind. Nachdem wir an der Endstation angekommen waren, unsere Kontaktdaten mit den Schülern, beziehungsweise den Lehrern, unserer Partnerschule in Nyagahanga ausgetauscht und ein Gruppenfoto mit diesen gemacht hatten, haben wir die Heimreise angetreten. Diese war von guter Laune mit Gesang, aber auch von vielen Schläfchen geprägt.

 

Wir sind um 19:15 Uhr endlich im Hotel angekommen, haben erneut die Zimmer bezogen, zu Abend gegessen und sind nach einem anstrengenden Tag voller neuer Erfahrungen, Eindrücke und Begegnungen erschöpft ins Bett gefallen.

 

Joshua und Alex