Mineralienabbau ist ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung des Staates, also besuchten wir heute eine Institution für Naturressourcen. Dort trafen wir einen Geologen, Jean-Claude Ngaruye, welcher uns eine Präsentation über die Minensektoren des Landes hielt. 

In Ruanda gibt es viele Abbaustandorte für verschiedene Mineralien, deren Vorkommen unter anderem durch den Vulkanismus bedingt ist.

Jean-Claude begegnete uns sehr offen und herzlich, während er uns eine Einführung in das ruandische Bergbauprojekt gab.

 

Gegen Mittag führten wir unsere Stadtrundfahrt vom Vortag fort. Dabei fielen uns einige Häuser mit roten Kreuzen auf, welche in näherer Zukunft abgerissen und deren Bewohner umgesiedelt werden sollen. Stattdessen sollen neue Häuser im Wert von 120.000€ bis 500.000€ errichtet werden. Da 80% der Ruander auf dem Land und von ihrer eigenen Landwirtschaft leben, können sie sich so etwas nicht leisten. Einige nehmen Kredite auf, welche jedoch nur schwer abzahlbar sind.

 

Nach unsere Stadtrundfahrt begaben wir uns zurück zum Institut für Naturressourcen, um dort unseren Guide Jean-Claude abzuholen. Gemeinsam mit ihm fuhren wir nach Musha-Ntunga für eine Minenbesichtigung. Dort wurde uns erklärt, dass in der Mine Zinn (80%), Tantalum (10%) und Coltan (10%) abgebaut werden. Dies sind teure, seltene Metalle, die zum Beispiel in der Handyproduktion Verwendung finden.

 

Ebenso wurde uns erzählt, dass sich das Gebiet mit unzähligen Gängen (150m-250m tief) über ein Gelände von 4000ha erstreckt. Der Minenbetreiber hat es sich zur Aufgabe gemacht, innerhalb von zwei Jahren südafrikanische Arbeitskräfte, die im Moment in der Mine arbeiten, gegen ruandische Experten auszutauschen. Ruanda soll den Schritt von der traditionellen, sehr gefährlichen Arbeit in den Minen, die ohne maschinelle Hilfe in absolut nicht zeitgemäßen Bedingungen stattfindet, zu einer modernen, legalen und sicheren Art und Weise des Abbaus gehen. Dieses Projekt, "Processing Plant" genannt, soll mit 1050 Arbeitern gestemmt werden.

 

 

Analena und Aniqa