Heute klingelten die Wecker wieder um 7 Uhr. Nach dem Frühstück ging es zu unserem ersten Programmpunkt, welcher das Rathaus war. Wir wurden in einem Konferenzraum über die Umsetzung des Masterplans von Kigali informiert, welcher Kigali komplett modernisieren soll. Die bisherige Umsetzung verlief gut und in rasendem Tempo, was uns am meisten zum Staunen brachte. Allerdings sind uns auch negative Aspekte und Probleme aufgefallen, zum Beispiel, dass das Stadt-Land-Gefälle immer massiver wird, trotz des Fortschritts, der in den letzten 10 Jahren auch auf dem Land stattfand (Einführung von Strom- und Wasserleitungen, höhere Bildungschancen). Außerdem auch der Abriss armer Viertel, um Platz für Wirtschaftsbauten und modernere Wohnungen zu schaffen. Die Bewohner dieser Viertel werden zwangsläufig in dezentralere Gebiete umgesiedelt.

Aber im Großen und Ganzen hat uns überrascht, wie detailreich der Plan war und wir sind auf die zukünftige Umsetzung ( Ziel: 2040 ) gespannt. 

 

Anschließend fuhren wir zum Kigali Convention Center (Eröffnung 2016), ein Kongresszentrum, welches sowohl für (inter-)nationale Konferenzen genutzt wird, als auch für Events und Privatmieter. Die Architektur war beeindruckend, inspiriert durch den letzten Königspalast Ruandas ähnelt es einem Bienenkorb. 

 

Danach besichtigten wir das danebenliegende Luxushotel Radisson, welches mit dem Pool und den Suits unseren Neid hervorrief. 

Als Highlight des Tages bekamen wir in diesem Hotel ein köstliches 3-Gänge-Menü, welches wir alle sehr genossen haben. 

 

Während wir zu unserem nächsten Programmpunkt fuhren, der Industriezone, schauten wir uns die zukünftig abgerissenen Viertel vom Bus aus genauer an. Anschließend besichtigten wir die Firma ,,Strawtec", welche aus Stroh ganze brand-und wasserfeste Gebäude baut. Uns hat die Stabilität der Wände, die nur aus Stroh und Papier bestehen, sehr beeindruckt. Zusätzlich entstehen so gut wie keine Abfallprodukte, alles ist recyclebar. 

 

Unser letzter Stopp war bei Ruandas einzigem staatlichen Radio- und Fernsehsender. Dort haben wir ein Gespräch mit dem Vorsitzenden geführt und durften ihm unsere, teilweise kritischen, Fragen stellen. Er antwortete meist offen, jedoch wich er bei Fragen wie, ob sie sich durch Wünsche der Regierung beeinflussen ließen, aus. Unser Gesamteindruck des Gespräches war zwar gut, trotzdem sind wir der Meinung, dass der Sender noch regierungsunabhängiger werden müsste.

Danach bekamen wir eine Führung durch das gesamte Gebäude, dass zwar moderne Technik besaß, jedoch stehen noch nicht Mittel zur Verfügung, wie beispielsweise in Deutschland.

 

Nach diesem langen Tag waren wir froh, pünktlich zum Abendessen, im Hotel angekommen zu sein. 

Um halb 8 besprachen wir dann unsere Eindrücke und Erlebnisse des heutigen Tages. 

Elea und Lotte